"Ofener Brief" zu den Stadtmeisterschaften "Lange Strecke" 2012
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Stell dir vor, es sind Stadtmeisterschaften und keiner geht hin…
Liebe Schwimmsportfreunde,
eigentlich möchte sich niemand den in der Überschrift stehenden Satz wirklich vorstellen, aber was am vergangenen Wochenende geschah, kam dem doch sehr nahe. Im Südbad fanden die Stadtmeisterschaften der langen Strecken sowie des Jugendmehrkampfes statt, und ganze sechs Vereine gaben dazu ihre Meldungen ab. Sechs von 22 Schwimmvereinen im Kreisverband Schwimmen Dortmund! Ein schwaches Bild…
Der Vorstand des Kreisverbandes hat sich die Mühe gemacht, für uns Schwimmsport treibende Vereine eine Meisterschaft auszurichten, damit wir unseren Schwimmern die Möglichkeit geben, sich für Südwestfälische-, Nord-rheinwestfälische- oder gar Deutsche Meisterschaften zu qualifizieren. Und wir schicken gerade mal 100 Schwimmerinnen und Schwimmer an den Start! Der Aufwand, den der Kreisverband für diese 100 Sportler betrieben hat, ist natürlich der gleiche, den auch 200 oder 500 Sportler verursachen. Aber denkt mal an eure eigenen Veranstaltungen: wie motivierend ist es, über Wochen einen Wettkampf zu planen, zu organisieren, zu hoffen, dass vielleicht 2000 Einzelstarts zu Stande kommen, dass alle Teilnehmer zu frieden sind – und dann habt ihr nur 400 Starts! Enttäuschung pur…
Enttäuscht waren sicherlich auch die sechs teilnehmenden Vereine, haben sie doch auf eine sportliche Konkurrenz gehofft, mit der sich die eigenen Schwimmer messen können. Die war leider nur zum Teil vertreten. Aber es war eine Meisterschaft. Und als Sportler möchte ich mich auf jeder Meisterschaft, auch wenn es „nur“ eine Stadtmeisterschaft ist, mit den Besten messen. Ich möchte Meister werden und sagen, ich habe alle geschlagen! Einen Titel in Abwesenheit anderer zu gewinnen hat immer einen faden Bei-geschmack.
Dass die Stadtmeisterschaften überhaupt statt gefunden haben, ist einer Sache zu danken, die eigentlich unmöglich ist: Trainer haben auf die Betreuung ihrer Sportler verzichtet und Kampfrichtertätigkeiten wahr genommen! Wie gesagt, in meinen Augen ein Ding der Unmöglichkeit!
Eine Frage, die wir uns alle stellen müssen: wie lange macht die Stadt als Badbetreiber so etwas mit? Das Bad für die Öffentlichkeit schließen und auf Einnahmen verzichten – für 100 Teilnehmer??? Wenn es mal dazu kommen sollte, werden wahrscheinlich die Vereine als erstes Aufschreien, die am vergangenen Wochenende nicht da waren…
Liebe Schwimmsportfreunde, die Vereine, die an den Stadtmeisterschaften nicht teilgenommen haben, werden ihre Gründe gehabt haben. Am 5. März findet die nächste Kreisbörse statt – bitte kommt und lasst uns über diese Gründe diskutieren. Vielleicht gibt es ja berechtigte Einwände, Gründe, Fragen oder Probleme, die wir gemeinsam lösen können. Denn solch eine Stadtmeisterschaft möchte ich nicht noch einmal erleben.
Mit sportlichem Gruß
Stefan Ryschawy
SV Westfalen Dortmund
